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    Die größte Einsatz-Barriere für die Digitalisierung ist die Praxismanagement-Insuffizienz

    Worum es geht
    Digital-Lösungen können die Schnelligkeit von Prozessen erhöhen, Arbeiten automatisieren, große Datenmengen handhabbar machen und komplexe Entscheidungen unterstützen. Ihr im Arbeitsalltag realisierbarer Nutzen hängt jedoch von den Management-Fähigkeiten der Anwender ab, da die Digitalisierung zu neuen Prozessen führt und modifizierte Strukturen benötigt. Doch hiermit sind viele Akteure überfordert, da sie schon das Management der Gegenwart kaum beherrschen.

    Klagen sind bereits heute hörbar
    - „Ich warte seit über einem Monat darauf, dass der Befund eines Arztes in meine digitale Gesundheitsakte eingespielt wird.“
    - „Zwei Stunden Wartezeit, da der Doc nach Auskunft des Personals noch Videoberatungen durchführt.“
    - „Die Termin-Buchung über das Internet ist sehr gut, leider hat sich am Chaos in dieser Praxis nichts geändert.“
    Die Patienten-Aussagen verdeutlichen, wie in Arztpraxen derzeit analoge und digitale Welt aufeinander treffen. Gerade bei Innovationen mag man geneigt sein, die Beispiele als Anfangsprobleme zu charakterisieren, doch das trifft nicht zu, denn die Arbeitsprozesse werden nicht durch die Digitalisierung beeinflusst, sondern waren schon immer unzureichend. So setzen Haus- und Fachärzte gegenwärtig die Hälfte der Management-Instrumente, die einen reibungslos funktionierenden Arbeitsalltag gewährleisten, gar nicht ein.

    Beispiel Arztbrief
    Wenn in Berichten und Vorträgen die Vorteile der Digitalisierung thematisiert werden, basiert ihre Darstellung auf der Annahme, dass die für ihren Einsatz in Frage kommenden Akteure rational handeln und die Lösungen auf funktionierende Arbeits-Systeme treffen. Aber die Realität ist hiervon weit entfernt. Ein Beispiel ist die elektronische Arztbrief-Übermittlung. Sie zielt darauf ab, die Bereitstellung der Informationen für die Weiterbetreuung der Patienten in Arztpraxen zu verbessern. Der tatsächliche Nutzen für die Versorgung ist bislang jedoch nur gering, denn die technische Übermittlung funktioniert zwar sehr schnell, an den beiden Schwachpunkte von Arztbriefen – dem Bereitstellungs-Zeitpunkt der Informationen und empfängergerechten Inhalten – hat sich bislang kaum etwas geändert. Der Grund sind vor allem Management-Probleme in den Bereichen „Organisation“ und „Kommunikation“.

    Barriere Praxismanagement-Insuffizienz
    Der Nutzen technischer Lösungen hängt in seiner Ausprägung immer von den Fähigkeiten der Anwender ab. Das gilt umso mehr, wenn die Konzepte zu Veränderungen existierender Prozessen und Strukturen führen. Die Transformation hat hier weitreichende Effekte, obwohl der größte Teil der potenziellen Nutzer davon ausgeht, dass Digital-Lösungen Bestehendes nur ersetzen oder als Zusätze ohne größeren Einfluss auf die bestehende Situation wirken. Doch das ist ein Irrtum, schon der Begriff „Transformation“ zeigt, worum es geht.

    Das grundsätzliche Management-Know-how ist speziell in Arztpraxen teilweise nur sehr gering ausgeprägt. Aber digitale Lösungen benötigen – wie jede andere Neuerung, die in Betriebsabläufe integriert wird – eine weitgehend stabile Grundlage, um ihre Effekte überhaupt entfalten zu können. Die Liste der fehlenden Fähigkeiten reicht dabei von der Strategie-Entwicklung über professionelle Organisation und Personalführung bis hin zum Einsatz betriebswirtschaftlicher Hilfsmittel. Noch geringer sind das Methoden-Wissen und die Fähigkeiten zur Einführung von Innovationen.

    Insgesamt betrachtet ist damit die Management-Qualität der Flaschenhals für die Digitalisierung des Gesundheitswesens.

    White Paper: „Praxismanagement-Insuffizienz: Diagnostik und Therapie der ambulanten System-Krankheit Nr. 1“
    Kostenlos anforderbar per E-Mail an post@ifabs.de

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